Die gesetzliche Pflegeversicherung und ihre Leistungen

In Deutschland herrscht die sogenannte Krankenversicherungspflicht, also die gezwungene Mitgliedschaft in einer Krankenkasse. Doch besteht die Versicherung nicht allein aus der Abdeckung von Arztbehandlungen. Automatisch mit dem Eintritt in eine Krankenversicherung wird der Versicherte in die Pflegeversicherung eingegliedert. Dies geschieht in der Regel spätestens zu dem Zeitpunkt der selbstständigen Berufsaufnahme, also in der Ausbildung. Es sind also alle Bürger in der Pflegeversicherung versichert, die

  • einer gesetzlichen Krankenkasse
  • einer Betriebskrankenkasse/Innungskrankenkasse
  • der Bundesknappschaft oder
  • einer landwirtschaftlichen Krankenversicherung

angehören. Selbstständig tätige, die in einer privaten Krankenversicherung versichert sind, müssen sich um die Absicherung im Pflegefall eigenständig sorgen und eine private Pflegeversicherung abschließen.

Für wen ist die Pflegeversicherung zuständig?

Grundvoraussetzung für den Leistungsbezug durch die Pflegeversicherung ist die Mitgliedschaft in einer Krankenversicherung. Darüber hinaus müssen dauerhaft gesundheitliche oder körperliche Einschränkungen vorliegen, die gewisse Hilfeleistung nötig machen. Zu der vorausgesetzten Pflegebedürftigkeit können nur Personen Leistungen aus der Pflegeversicherung erwarten, die vor Krankheitsbeginn Anwartschaften erworben haben. Die Anwartschaften errechnen sich

  • nach der Höhe des monatlichen Einzahlungsbetrag
  • nach der Länge der Zugehörigkeit.

Die Pflegeversicherung leistet nicht selbstständig Zahlungen, sondern die Leistungen müssen mittels eines Antrags vorab erfragt werden.

Die Inhalte der Pflegeversicherung

Die Leistungen der Pflegeversicherung ist stark an die Bedürftigkeit des Versicherten gebunden. Um die Bedürftigkeit einzuschätzen, werden die jeweiligen Betroffenen in die vorliegenden Pflegestufen unterteilt. Diese sagen aus, ob eine Person

ist.

Doch nicht nur der Versicherte selbst erhält im Rahmen seiner Bedürftigkeit Leistungen. Auch Angehörige können von der Versicherung profitieren, indem sie beispielsweise einen Pflegekurs bezahlt bekommen oder aber Pflegegeld beziehen. Zudem deckt die Pflegeversicherung die Kosten der Tages- und Nachtpflege, für Pflegemittel und einer eventuell notwendigen Gestaltung des Wohnraums ab.

Es spielt keine Rolle, ob der Pflegebedürftige im eigenen Heim oder aber in einer stationären Unterbringung die Leistungen erhält. Im Heimbereich können durchaus Familienangehörige die Pflege übernehmen, auch die Beauftragung eines Pflegedienstes oder, bei Personen mit der Pflegestufe 1, die Beauftragung eines Essensdienstes, wird von der Pflegeversicherung getragen. Problematisch bei der gesetzlichen Pflegeversicherung ist die Unterbringung in einem Pflegeheim. Da ausschließlich die Kosten der Pflegeleistungen erbracht werden, muss der Betroffene einen Großteil der anfallenden Kosten selbstständig tragen.

Woher stammt das Pflegegeld?

Als Pflichtversicherung, die im Sozialgesetzbuch festgelegt ist, ist jeder Arbeitnehmer verpflichtet, monatlich einen Betrag in die Pflegeversicherung einzuzahlen. In der Regel beginnt die Einzahlung mit dem Einstieg ins Berufsleben und endet mit dem Tod. Im Falle einer Arbeitslosigkeit wird der Betrag pauschal von der Arbeitsagentur in die Versicherung eingezahlt, Rentner hingegen müssen die Beträge selbst zahlen.

Die Höhe der Beträge richtet sich nach dem monatlichen Bruttogehalt. Aktuell werden monatlich automatisch 1,025 Prozent des Gehalts an die Krankenversicherung überwiesen, die das Geld an die Pflegeversicherung weiterleitet. Zusätzlich zu den Geldern, die der Arbeitnehmer abführt, zahlt der Arbeitgeber denselben Betrag nochmals an die Pflegekasse. Um die steigenden Kosten der Pflegebedürftigkeit und den Rückgang der Geburten aufzufangen, entrichten kinderlose Personen einen Zusatzbetrag von 0,25 Prozent, wenn sie

  • das 23. Lebensjahr vollendet haben
  • nach dem 31.12.1939 geboren sind.

Um finanzschwache Versicherte zu unterstützen, werden bei den sogenannten Minijobs keine zusätzlichen Beträge vom Gehalt an die Pflegeversicherung abgeführt. Stattdessen entrichtet der Arbeitgeber über die Minijobzentrale einen Pauschalbetrag, der die Anwartschaften sichern soll. Sobald ein Arbeitnehmer eine Gehaltsobergrenze übersteigt, entfällt die Versicherungspflicht. Die Obergrenze richtet sich nach dem Gehalt, der die Mitgliedschaft in einer privaten Krankenversicherung ermöglicht und liegt aktuell bei 52.200,00 Euro jährlichem Gehalt.

Wie hoch ist die monatliche Unterstützung?

Die Unterstützung, die eine pflegebedürftige Person monatlich erhält, richtet sich nach der Pflegestufe. Sobald ein Betroffener gesundheitlich und körperlich so stark eingeschränkt ist, dass eine dauerhafte Hilfe für mindestens 14 Stunden in der Woche notwendig wird, kann das Pflegegeld, bzw. die Eingliederung in eine Pflegestufe beantragt werden. Die Leistungen schwanken je nach Pflegestufe und Art der Gelder, wobei Demenzkranke durch den höheren Pflegeaufwand in den unteren Pflegestufen einen erhöhten Betrag erhalten.

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