Pflegestufe 2 und ihre Leistungen

Pflegestufe 2 – Informationen zur Eingliederung und den Leistungen

In die Pflegestufe 2 werden Betroffene eingegliedert, die sich selbstständig nicht mehr dauerhaft ohne fremde Hilfe versorgen können. Zu den Bereichen in der eine Pflegekraft Hilfe leisten muss, zählt mitunter die körperliche Grundpflege. Die Grundpflege besteht in der Regel aus der körperlichen Hygiene, also dem täglichen Waschen, Toilettengang sowie der Zahnpflege. Der tägliche, bzw. wöchentliche Pflegeaufwand wurde von der Pflegeversicherung genau festgelegt und beläuft sich zurzeit auf

  • mindestens drei Stunden tägliche Pflegeleistung,
  • davon mindestens zwei Stunden für die körperliche Grundpflege,
  • Hilfe zur Grundpflege wird mindestens drei Mal täglich benötigt,
  • mehrmals pro Woche ist eine Unterstützung im Haushalt notwendig.

Es ist keine Voraussetzung, dass die Pflege von einer Pflegefachkraft übernommen wird. Unter anderem dürfen Familienangehörige die Arbeiten allein, aber auch mit Hilfe eines Pflegedienstes übernehmen. In der Regel fallen Patienten in die Pflegestufe 2, die sich zwar nur eingeschränkt selbst reinigen und kleiden, aber weiterhin im Haushalt leben können. Unter die Haushaltsunterstützung fallen sämtliche im Haushalt anfallenden Aufgaben, wie das Reinigen der Räume sowie das Einkaufen von Lebensmitteln.

Die Leistungen in der Pflegestufe 2

Auch in der Pflegestufe 2 werden Leistungen von der Pflegekasse übernommen, die sich in verschiedene Bereiche unterteilen:

  • Stationäre Kostenübernahme
  • Pflegegeld
  • Pflegesachleistungen
  • Zusätzliche Leistungen

Die stationäre Kostenübernahme und die Pflegesachleistungen ersetzen sich gegenseitig, werden also niemals gemeinsam bewilligt. Während die stationären Kosten selbsterklärend sind, fallen unter die Pflegesachleistungen beispielsweise die Kosten eines Pflegedienstes sowie die Entlohnung eines pflegenden Angehörigen oder einer sonstigen Pflegekraft. Ebenfalls wird eine eventuelle Haushaltshilfe von diesen Geldern entlohnt.

Der Leistungsbezug in der Pflegestufe 2

Aktuell werden die stationären Kosten in der Pflegestufe 2 mit einem Betrag von 1.279,00 Euro übernommen. Das monatliche Pflegegeld beläuft sich auf 440,00 Euro, die Pflegesachleistungen auf 1.100,00 Euro und die Zusatzkosten auf einen Grundbetrag von 100,00 Euro, der unter bestimmten Voraussetzungen verdoppelt wird.
Leidet der Betroffene an Demenz wird zumeist ein erhöhter Betrag ausgezahlt. Die Pflegesachleistungen belaufen sich in diesem Fall auf 1.250,00 Euro und das Pflegegeld auf 525,00 Euro.

Voraussetzungen für die Leistungsbewilligung

Damit die Betreuung des Betroffenen sichergestellt ist, darf die Pflegekraft keine Erwerbstätigkeit ausüben, die einen höheren Zeitaufwand als 30 Wochenstunden beträgt. Zudem werden die Gelder prozentual nach der tatsächlichen Pflegeleistung ausgezahlt. Bei Betroffenen, die

  • 21 Stunden wöchentlich gepflegt werden, werden knapp 53 Prozent
  • 14 Stunden wöchentlich gepflegt werden, werden circa 35,5 Prozent

der Gelder für die Pflegekraft angewiesen.

Die Beantragung der Pflegestufe

Wie die anderen Pflegestufen auf, erfolgt die Einteilung nicht automatisch nach Befunderstellung, sondern ausschließlich auf Antrag. Diesen reichen Betroffene bzw. die Familienangehörigen bei der Pflegeversicherung ein. Im Rahmen der Überprüfung schaltet sich der medizinische Dienst ein und entscheidet, ob die Einstufung in die Pflegestufe 2 gerechtfertigt ist.

Grundsätzlich gilt erst der Tag der Antragstellung als erster Bewilligungstag. Rückwirkend werden die Pflegegelder nicht angewiesen.

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