Pflegestufe 3 und ihre Leistungen

Pflegestufe 3 – allgemeine Informationen zur höchsten der drei Stufen der Pflegebedürftigkeit

Gesetzlich unterliegen Pflegebedürftige der Pflegestufe 3, sobald sie als schwerst pflegebedürftig gelten. Die Bezeichnung ist schwammig, weshalb häufig Unsicherheit aufkommt. Um in die höchste Stufe der Pflegebedürftigkeit zu fallen, müssen folgende Faktoren gegeben sein:

  • Der Betroffene ist mindestens fünf Stunden pro Tag auf fremde Hilfe angewiesen
  • Vier Stunden der Hilfe müssen die Grundpflege betreffen
  • Der Hilfebedarf ist zeitenunabhängig

Jedoch genügt es nicht, eine einzige Vorgabe zu erfüllen. Damit eine dauerhafte Einstufung in die Pflegestufe 3 erfolgt, muss der Patient dauerhaft, rund um die Uhr, auf fremde Hilfe angewiesen sein. Das trifft beispielsweise auf Patienten zu, die nach einem Schlaganfall ans Bett gefesselt sind. Diese Betroffenen sind auf eine dauerhafte Unterstützung bei der Grundreinigung, bei der Nahrungszufuhr und natürlich der Medikamentenvergabe angewiesen, wobei eine Pflegekraft in der Regel auch in den Nachtstunden anwesend sein muss.

Unterstufen der Pflegestufe 3

Die Pflegestufe 3 ist in zwei Unterstufen geteilt. Die erste Stufe, betrifft den „Normalfall“, die zweite Stufe bedient die sogenannten Härtefälle. Unter die Härtefälle fallen Patienten, deren

  • Pflegeaufwand durchschnittlich sieben Stunden pro Tag betrifft (zwei Stunden in der Nacht),
  • körperlicher Zustand die dauerhafte Anwesenheit von zwei Pflegern erfordert.

Welche Leistungen erbringt die Pflegestufe 3?

Ist ein Patient der Pflegestufe 3 zugeteilt, wird von der Pflegeversicherung zum einen ein Geldbetrag auszahlt, der sich nach dem körperlichen Befinden des Patienten ausrichtet. Die Leistungen errechnen sich aus vier Faktoren:

  • Pflegegeld
  • Pflegesachleistungen
  • Übernahme stationärer Kosten
  • Zusatzleistungen

Um Angehörige und Demenzkranke besser zu stellen, wird in der Pflegestufe 3 ein erhöhter Betrag im Falle einer Demenzerkrankung ausgezahlt.

Die Gelder im Überblick

Monatlich erhalten Pflegebedürftige der Stufe 3 ein Pflegegeld in Höhe von 700,00 Euro, mit dem die Lebensbedürfnisse abgedeckt werden. Hinzu kommen die Pflegesachleistungen, die 1.550,00 Euro (1.918,00 Euro bei Härtefällen) betragen. Diese Gelder sind dafür vorgesehen, Ausgaben von Pflegediensten, Medikamentenkosten und weitere, unmittelbar mit der Krankheit des Patienten zusammenhängenden Kosten abzudecken. Wird der Betroffene von Familienangehörigen gepflegt, kann die Pflegesachleistung als Bargeld den Pflegekräften ausgezahlt werden.

Vielfach sind das Pflegepersonal oder die pflegenden Angehörigen mit den Bedürfnissen des Betroffenen überfordert, sodass eine stationäre Betreuung im Pflegeheim notwendig ist. In der Stufe 3 übernimmt die Pflegeversicherung einen Teil in Höhe von 1.550,00 Euro der stationären Kosten. Bei Härtefällen wird ein erhöhter Betrag von 1.918,00 Euro übernommen.

Die Gelder der stationären Pflege ersetzen die Gelder der Pflegesachleistungen. Zusätzlich zu den drei Kostenübernahmen ist es möglich, weitergehende Betreuungsleistungen zu beantragen, die mit 100,00 bzw. 200,00 Euro monatlich entlohnt werden.

Die Voraussetzungen für den Leistungsbezug

Um die Leistungen der Pflegestufe 3 beantragen zu können, müssen die Vorgaben der gesetzlichen Rentenversicherung eingehalten werden. Diese schreiben mitunter vor, dass die eingesetzte Pflegekraft nicht mehr als dreißig Wochenstunden einer anderweitigen Erwerbstätigkeit nachkommen darf. Zudem errechnen sich die Gelder der Pflegekraft nach dem tatsächlichen Pflegeaufwand:

  • 14 Stunden/Woche Pflegeaufwand: 40 Prozent der Pflegegelder
  • 21 Stunden/Woche Pflegeaufwand: 60 Prozent der Pflegegelder
  • 28 Stunden/Woche Pflegeaufwand: 80 Prozent der Pflegegelder

Für die Auszahlung der Pflegegelder ist es unerheblich, ob ein Pflegedienst involviert ist oder ob die Pflegeleistungen von Familienangehörigen übernommen werden.

Der Weg zur Pflegestufe 3

Für die Anerkennung der Pflegestufe ist ein Antrag notwendig, der bei der Pflegeversicherung eingereicht wird. Ging der anstehenden Neueinstufung in die höchste Pflegestufe bereits die Einstufung in eine niedrigere Stufe voraus, sollte der Antrag gemeinsam mit dem behandelnden Arzt gestellt werden. Sobald der Antrag eingegangen ist, wird der medizinische Dienst konsultiert, der die Sachlage eingehend überprüft und schließlich mitteilt, ob eine Aufnahme in die Pflegestufe 3 gerechtfertigt ist.

Angehörige sollten beachten, dass die Gelder der Pflegebedürftigkeit nicht rückwirkend entrichtet werden. Als Einstieg in die Pflegestufe 3 gilt generell das Eingangsdatum des Antrags. Besteht der Verdacht, dass sich der Gesundheitszustand eines Angehörigen zukünftig rapide verschlechtern könnte, sollte daher der Antrag schnellstmöglich gestellt werden.

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