Kurzzeitpflege in der gesetzlichen Pflegeversicherung

Die gesetzliche Pflegeversicherung wurde dazu geschaffen, Versicherte im Fall der eintretenden Pflegebedürftigkeit zu gewissen Teilen abzusichern. Generell beruhen die Inhalte der Pflegeversicherung auf den Vorgaben des Sozialgesetzbuchs. Ebenfalls im Sozialgesetzbuch, genauer unter dem § 42 SGB X, festgelegt, sind die Maßgaben zur Kurzzeitpflege. Die Kurzzeitpflege ist in erster Linie als Entlastung der Familie gedacht und wird häufig dann genutzt, wenn Pflegebedürftige im eigenen Heim von Familienangehörigen gepflegt werden. Um diesen die Möglichkeit zu bieten, sich von den Strapazen im Rahmen eines Urlaubs zu erholen, besteht die Möglichkeit der kurzzeitigen Pflege.

Die Kurzzeitpflege tritt also in Kraft, wenn die Pflegekräfte aus

• Krankheit
• Urlaub
• Sonstigen Verpflichtungen mit Ortsabwesenheit

Nicht in der Lage sind, den üblichen Pflegeaufwand eines Pflegebedürftigen weiterhin zu übernehmen. Zusätzlich kann ein Pflegebedürftiger im Anschluss an eine stationäre Krankenhausbehandlung kurzzeitig in eine Pflegeeinrichtung verlegt werden, beispielsweise, um die Dauer bis zum Eintreffen der benötigten Pflegemittel im eigenen Heim zu überbrücken.

Damit eine klare Abgrenzung zur vollständigen stationären Pflege entsteht, wurde die Dauer sowie die Kostenhöhe der Kurzzeitpflege vom Gesetzgeber klar definiert.

Die Dauer der Kurzzeitpflege

Im zweiten Absatz des § 42 SGB X regelt der Gesetzgeber genau die Dauer der Kurzzeitpflege. So steht jedem Pflegebedürftigen die Aufnahme in die Pflegeeinrichtung für eine Dauer von vier Wochen jährlich zur Verfügung. In dieser Zeit übernimmt die Pflegekasse die entstehenden Kosten.

Für Kinder bis zu einem Alter von 25 Jahren bestehen abweichende Regelungen. So können Kinder während der Urlaubszeit nicht allein in geeigneten Kurzzeitpflegeeinrichtungen untergebracht werden, sondern werden alternativ in speziellen Behinderteneinrichtungen untergebracht. Jedoch besteht auch in diesem Fall die zeitliche Begrenzung, sodass pro Jahr eine Unterbringung von höchstens vier Wochen gestattet ist.

Die Kostenübernahme bei der Kurzzeitpflege

Durch die Unterbringung in einer speziellen Pflegeeinrichtung entstehen natürlich höhere Kosten, als die Pflege zu Hause verursacht. Um die Belastung der Pflegekasse im Rahmen zu halten, gibt der Gesetzgeber eine Höchstgrenze vor. Seit dem 01. Januar 2012 beläuft sich die Höchstgrenze auf

• 1.550 Euro gesamt pro Kalenderjahr oder
• 76,00 Euro täglich.

Im Gegensatz zur Zahlung des üblichen Pflegegelds richtet sich die Höhe des Betrags nicht nach der jeweiligen Einstufung in eine Pflegestufe, was jedoch nicht bedeutet, dass ohne eine Pflegestufe die Kurzzeitpflege möglich ist. Die einzige Voraussetzung aus Sicht des Pflegebedürftigen ist, dass während der Urlaubszeit eine teilstationäre Pflege nicht genügt, sodass eine kurzzeitige Aufnahme in eine Pflegeeinrichtung notwendig wird.

Der Umfang der Kostenübernahme

Problematisch bei der Kurzzeitpflege ist, dass die Pflegekasse einzig die Inhalte der tatsächlichen Pflege übernimmt. Hierunter werden die

• Grundpflege
• Soziale Betreuung
• Medizinische Behandlung

verstanden. Für den Versicherten, bzw. dessen verhinderte Angehörige fallen also zusätzlich die Unterbringungs- und Verpflegungskosten an. In wenigen Fällen ist es möglich, zumindest eine staatliche Beihilfe zur Kurzzeitpflege zu beantragen. Hier gelten jedoch strenge Vorgaben, sodass sich Angehörige bei der Krankenversicherung sowie dem zuständigen Sozialamt beraten lassen sollten.

Die Beantragung der Kurzzeitpflege

Für die Beantragung der Kurzzeitpflege genügt ein schriftlicher Antrag an die Krankenversicherung. Dieser sollte bereits ein Kostenangebot des gewählten Pflegeheims beinhalten.

Die Anträge sind bei der Krankenversicherung des Pflegebedürftigen vor Ort erhältlich und können als Formular auf den Internetseiten der Krankenkassen heruntergeladen werden. Der Antrag beinhaltet

• Angaben zum Versicherten
• Dauer der Verhinderung
• Begründung der Verhinderung
• Angabe zur Pflegeeinrichtung

Es empfiehlt sich, den Antrag sehr frühzeitig zu stellen, um die Kostenübernahme auf jeden Fall vor der Urlaubsabwesenheit sicherzustellen.

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