Pflegekostenversicherung – die Hintergründe der Versicherungsvariante

Worin besteht der Unterschied einer Pflegezusatzversicherung und einer Pflegekostenversicherung? Diese Frage können nur wenige auf Anhieb beantworten, obwohl sich die beiden Versicherungsvarianten sehr deutlich voneinander unterscheiden können. Im Gegensatz zur Zahlung eines frei verfügbaren Pflegetagegeldes, übernimmt die Pflegekostenversicherung auf Nachweis einen Teil der überschüssigen Kosten, die durch die ambulante oder stationäre Pflege entstehen.

Inhalte der Pflegekostenversicherung

Die hauptsächlichen Bereiche, die von dieser Versicherungsvariante abgedeckt werden, sind die tatsächlich entstandenen Pflegekosten. Selbst in der höchsten Pflegestufe reichen die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung selten aus, um die Kosten komplett zu decken. Die Differenz muss in der Regel vom Betroffenen selbst getragen werden, was nicht selten bedeutet, dass erforderliche Maßnahmen nur eingeschränkt durchgeführt werden. An dieser Stelle setzt die Pflegekostenversicherung an. Kommt die Rechnung des Pflegedienstes oder des Pflegeheims, wird diese abzüglich bei der privaten Versicherung eingereicht und die Differenz bis zu einem vertraglich vereinbarten Höchstbetrag ausgeglichen.

Ebenfalls können die im Rahmen einer privaten Pflegekraft angefallenen Kosten von der Pflegekostenversicherung übernommen werden. Hierfür ist es notwendig, dass ein zugelassener Pflegedienst viertel- oder halbjährlich den Pflegeaufwand überprüft, eine Rechnung erstellt und der Versicherung zusendet.

Die Kosten der privaten Zusatzversicherung

Ähnlich der Lebensversicherung zählt die Pflegekostenversicherung zu den Angeboten, die möglichst im frühen, gesunden Alter abgeschlossen wird. Da davon ausgegangen wird, dass der Pflegefall erst ab einem bestimmten Alter eintritt, belaufen sich die monatlichen Beiträge auf einen geringeren Betrag, als bei Personen, die die Versicherung erst mit fortgeschrittenem Alter abschließen. Außerdem ist es problematisch ein günstiges Angebot zu erhalten, wenn bereits eine Vorerkrankung vorliegt.

Wie hoch die letztendlichen Kosten sind, hängt mit dem Vertragsinhalt zusammen. Der Prozentsatz, den die Versicherung zu den anfallenden Pflegekosten zuschießt, ist flexibel gestaltbar. Eine 100%ige Absicherung erfordert einen höheren Monatsabschlag als eine teilweise Kostenübernahme.

Vergleichen ist wichtig – auch bei einer Pflegekostenversicherung!

Vor dem Abschluss der Pflegekostenversicherung ist der Versicherungsvergleich unabdingbar. Nur so können angehende Versicherungsnehmer das für sich beste Angebot herausfiltern und eine günstige Police abschließen. Wer nicht nur darauf Wert legt, dass die entstehenden Pflegekosten übernommen werden, sondern zudem zusätzliche Leistungen, sollte eine Police wählen, die eine Übernahme von über 100 Prozent zusichert. Allerdings zahlen die meisten Versicherungen nur bis zu einer maximalen Höchstgrenze, die sich aus den gesamten, bisher übernommenen Kosten errechnet oder auch auf ein Jahr berechnet wird.

Unabhängig von der Kostenübernahme ist ein weiterer Punkt maßgeblich, um sich für die richtige Versicherung zu entscheiden. Einige Policen sehen vor, dass selbst während der Pflegebedürftigkeit weiterhin Beitragszahlungen entrichtet werden, wodurch die häufig angespannte Finanzlage nochmals verschärft wird. Sinnvoller ist es, eine Versicherung abzuschließen, deren Beiträge mit Einsetzen der Pflegebedürftigkeit enden.

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